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Der Kretscham, |
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Über den Kretscham berichtet der Chronist: »Da in Obercunnersdorf der eigentliche Grundherr, der die Gerichtsbarkeit ausübte, nicht wohnte, wurde das größte Gut, das dem so genannten Lokator gehörte, der neben seiner Hufe Land noch eine zweite Hufe ohne Abgaben besaß, da er die Steuern für den Grundherrn einziehen musste, mit Schankgerechtigkeit ausgestattet für Bier, Branntwein und Salz. Es musste darin auch eine Herberge zum Übernachten eingerichtet werden. Diese Gaststätte lag an der Königsstraße mit der Heeresstraße und nannte man den »Kretscham«, da hier durch den Lokator und die Schöppen die niedere Gerichtsbarkeit ausgeübt wurde. Die Schöppenbücher waren hier sicher untergebracht. Als im Nordischen Kriege der Schwedenkönig Karl XII. von Polen nach Kursachsen hereinkam, lagen die Schweden in Obercunnersdorf in Quartier. Beim Zubereiten von Stiefelschmiere durch einen schwedischen Soldaten im Jahre 1706, brannte der Kretscham ab, wobei die wertvollen Schöppenbücher mit vernichtet wurden. Eine große Rolle für den Kretscham spielt die Familie Tschackert, deren Nachkommen auch heute noch in Obercunnersdorf wohnen.
Eine kleine Anekdote aus der Ära der Fam. Tschackert: „Der Kretscham soll vor Feuer und Brand geschützt bleiben“ Aus Dankbarkeit über die Erlaubnis ihr Lager auf dem Grundstück des Kretschams aufschlagen zu dürfen, zog eine alte Zigeunerin im Jahr 1905 einen Kreis um den Kretscham und besprach diesen. Quellen berichten von einem nicht so eleganten Spruch, der da lautet:
Seit 2008 ist die Familie Chinnow Pächter des Kretschams und konnte seitdem viele Gäste kulinarisch, musikalisch und seit Kurzem auch mit Keramik aus eigener Werkstatt verwöhnen.
Zitate aus dem Buch:“Obercunnersdorf -Beiträge zur Ortsgeschichte 1221-1996“ |