Kretscham Obercunnersdorf, Hintere Dorfstrasse 34, 02708 Obercunnersdorf, Tel.: 035875 / 6 76 65

Kretscham Obercunnersdorf
Hintere Dorfstraße 34  /  02708 Obercunnersdorf  /  Tel.: 035875 / 6 76 65
Email: kretscham-obercunnersdorf@arcor.de
 

[Herzlich Willkommen] [Der Kretscham] [Öffnungszeiten  und Kontakt] [Keramik] [Galerie]
[Veranstaltungen] [Ferien im  Umgebindehaus] [Impressum]

Der Kretscham,
das altehrwürdige Zentrum unseres Dorfes

Der Kretscham um 1930

Die Gebäude des Kretscham um 1930

PDVD_013-1

Der Eingang heute.

Über den Kretscham berichtet der Chronist:

»Da in Obercunnersdorf der eigentliche Grundherr, der die Gerichtsbarkeit ausübte, nicht wohnte, wurde das größte Gut, das dem so genannten Lokator gehörte, der neben seiner Hufe Land noch eine zweite Hufe ohne Abgaben besaß, da er die Steuern für den Grundherrn einziehen musste, mit Schankgerechtigkeit ausgestattet für Bier, Branntwein und Salz. Es musste darin auch eine Herberge zum Übernachten eingerichtet werden. Diese Gaststätte lag an der Königsstraße mit der Heeresstraße und nannte man den »Kretscham«, da hier durch den Lokator und die Schöppen die niedere Gerichtsbarkeit ausgeübt wurde. Die Schöppenbücher waren hier sicher untergebracht. Als im Nordischen Kriege der Schwedenkönig Karl XII. von Polen nach Kursachsen hereinkam, lagen die Schweden in Obercunnersdorf in Quartier. Beim Zubereiten von Stiefelschmiere durch einen schwedischen Soldaten im Jahre 1706, brannte der Kretscham ab, wobei die wertvollen Schöppenbücher mit vernichtet wurden.

Nachdem Wiederaufbau des Gebäudes erlebte der Kretscham eine wechselvolle Geschichte.  Mehrere Pächter- und Eigentümerwechsel, zahlreiche Feste und Feiern, aber auch Streitigkeiten (wie z.B. der Bierstreit mit Löbau) sind in der Ortschronik festgehalten.

Eine große Rolle für den Kretscham spielt die Familie Tschackert, deren Nachkommen auch heute noch in Obercunnersdorf wohnen.

Scannen0001

Eine kleine Anekdote aus der Ära der Fam. Tschackert:
 

Der Kretscham soll vor Feuer und Brand geschützt bleiben

Aus Dankbarkeit über die Erlaubnis ihr Lager auf dem Grundstück des Kretschams  aufschlagen zu dürfen, zog eine alte Zigeunerin im Jahr 1905 einen Kreis um den Kretscham und besprach diesen.

Quellen berichten von einem nicht so eleganten Spruch, der da lautet:


 „Der Kretscham liegt in Gottes Hand, er wird versoffen, nicht verbrannt.“


Bis heute scheinen sich diese Worte bewahrheitet zu haben, denn zweimal schlugen kalte Blitze ein und 1945 durchschlug eine Bombe das Kretschamdach und blieb dort als Blindgänger liegen bis sie unschädlich gemacht werden konnte.

Seit 2008 ist die Familie Chinnow Pächter des Kretschams und konnte seitdem viele Gäste kulinarisch, musikalisch und seit Kurzem auch mit Keramik aus eigener Werkstatt verwöhnen.


 

Zitate aus dem Buch:“Obercunnersdorf -Beiträge zur Ortsgeschichte 1221-1996“